Mehr saubere Luft für unsere Städte

Seit September dieses Jahres arbeitet der Bereich Urbane Mobilität/Smart City der Deutsche Telekom mit der hannoverschen Firma Graphmasters zusammen.

HANNOVER, 08. Oktober 2021. Ziel des Gemeinschaftsprojektes ist es, mit einer digitalen Verkehrssteuerung sowie dem Einsatz von smarten Sensoren den Parksucherkehr zu reduzieren, die Umwelt zu entlasten und den Verkehr zu verflüssigen.

Worin genau besteht Ihr Part in der Zusammenarbeit mit der Smart City / Deutsche Telekom

Alexander Meister: Der Bereich Urbane Mobilität / Smart City der deutschen Telekom lässt Städte und Gemeinden mit Hilfe von smarten Sensoren wieder durchatmen, indem sie ihre intelligenten Sensoren smart platziert und die tatsächliche Parkraumnutzung in Echtzeit sichtbar macht. Alleine der Parksuchverkehr macht zwischen 30 bis 40 Prozent des innerstädtischen Verkehrs aus und verursacht häufig Stau. Mit einer Reduzierung können wir z. B. beim Erreichen der Klimaziele einen großen Beitrag leisten. Und da kommt unsere NUNAV-Technologie ins Spiel. NUNAV nutzt dabei die Echtzeit-Informationen der Sensoren, um überall dort, wo sie verfügbar sind, Parkplatzsuchende direkt auf einen freien Parkplatz zu navigieren. Damit wird die NUNAV-Navigation in Sensor-Bereichen zu einem digitalen Parkleitsystem. Überall dort also, wo die Sensoren zum Einsatz kommen, können wir intelligent und digital steuern, direkt bis zu einem freien Parkplatz.

Wer profitiert von der neuen Art der Verkehrssteuerung?

Alexander Meister: Die Kombination von intelligenter Verkehrssteuerung und smarten Sensoren bringen viele Vorteile mit sich, insbesondere natürlich für Autofahrer:innen. Durch die Sensor-Technik der Deutschen Telekom und die Auswertung der Parkraumdaten durch Ubilabs wissen Autofahrende zu jeder Zeit, wo welcher Parkplatz frei ist und vergeuden keine wertvolle Zeit mehr mit der Parkplatzsuche. Letztlich profitieren aber alle davon, wenn wir den Stau in den Innenstädten minimieren können, zu den Parksuchverkehre einen großen Teil zu beitragen, und durch die Reduzierung von Emissionen die Luft sauberer wird. Dazu erlaubt die NUNAV-Technologie Städten, gezielte Anfahrtsrouten zu bestimmten Stellflächen festzulegen. Auf diese Weise können Städte und Gemeinden den begrenzten zur Verfügung stehenden Raum in ihren Cities nutzen, um mehr Platz für Fußgänger:innen und Radfahrende zu schaffen.

Dazu ist die NUNAV-Technologie für unterschiedliche Nutzungsrollen einsetzbar. So lassen sich e-Fahrzeuge, Menschen mit Behinderung, Anwohnende oder Anliefernde mit Hilfe von zugewiesenen Parkrollen direkt auf den richtigen Parkplatz navigieren. Gleichzeitig können Ordnungshüter:innen durch die Sensor-Technik erfahren, ob die Höchstparkdauer eingehalten wird.

Wie funktioniert das System des Collaborative Routings?

Alexander Meister: Graphmasters betreibt mit dem eigens entwickelten kollaborativen Routing ein Verfahren zur Verkehrsoptimierung. Der Verkehr wird mit Hilfe einer KI-basierten, prädikativen Verkehrslenkung auf das gesamte Straßennetz verteilt und nicht nur auf wenige Hauptverkehrsadern. Die Verkehrsteilnehmer*innen geben ihr jeweiliges Ziel vor, das System berechnet die ideale Fahrroute im Abgleich mit anderen Teilnehmenden im Straßenverkehr. Alles geschieht mittels Navi-Anwendungen, die fortwährend mit der NUNAV-Cloud kommunizieren. Staus werden insofern vermieden, indem die Fahrzeuge mit NUNAV gleichmäßig auf das gesamte verfügbare Streckennetz geleitet werden. Um bereits einen ersten positiven Effekt im Straßenverkehr zu erreichen, müssen lediglich ein Prozent an Verkehrsteilnehmer*innen die NUNAV-Navigation verwenden. Gemeinsam mit den smarten Sensoren der Telekom, den Echtzeit-Daten und kollaborativer Navigation bis zu freien Parkplätzen werden Verkehre entlastet!

Ihr Unternehmen Graphmasters beschäftigt rund 80 Mitarbeiter:innen. Wie muss man sich die Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom vorstellen?

Alexander Meister: Wir sind sehr gern für die Telekom tätig. Außerdem haben wir auch mit anderen Großkunden sehr gute Erfahrungen gemacht. Die NUNAV-Technologie kommt neben dem privaten Gebrauch insbesondere bei großen Events, in der Transportlogistik oder bei Paketdienstleistern zum Einsatz. Über die Hermes Germany GmbH wird bereits jedes 3. Paket in Deutschland mithilfe von NUNAV Courier zugestellt, rund 1,5 Millionen Pakete täglich. Andere Kurier-Dienstleister wie General Overnight und FedEx profitieren von der sogenannten „Stopp-Kosten-Degression“. Das Unternehmen Graphmasters ist zudem Partner der Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) Niedersachsen/Region Hannover und hat die Aufgabe, den Verkehr in Niedersachsen zu steuern. Niedersachsen ist damit das erste Bundesland, dessen Verkehrsmanagement aktiven Zugriff auf ein Navigationssystem hat. Der Verkehr wird digital und individuell gesteuert. Die Koelnmesse steuert Besucher*innen und Logistikunternehmen mittels NUNAV auf reservierte Park- und Stellflächen, Konzert- und Straßensportveranstalter (u. a. Hannover Concerts) sprechen die Verkehrskonzepte mittels NUNAV Strategies mit den zuständigen Behörden ab.

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