Niedersachsen setzt auf regelbasiertes und lastenverteiltes Routing von Graphmasters

Hanover, Germany

HANNOVER, 3. Februar 2026 – Das Land Niedersachsen hat Graphmasters mit der Einführung eines flächendeckenden, regelbasierten und zugleich lastenverteilten Routings beauftragt.

Niedersachsen setzt auf regelbasiertes und lastenverteiltes Routing von Graphmasters

Ziel des Projekts ist es, den Verkehr nicht mehr ausschließlich nach individueller Reisezeit zu lenken, sondern verkehrspolitische, infrastrukturelle und organisatorische Vorgaben systematisch in die Routenführung einzubeziehen. Ein wichtiger Meilenstein dabei: Die von Graphmasters entwickelte Navigationssoftware NUNAV begleitet bereits heute rund acht Prozent aller Autofahrten. Damit ist eine relevante Marktdurchdringung für policy-aware Routing im Alltag der Niedersachsen erreicht – ein Ansatz, den kein klassischer Navigationsanbieter derzeit produktiv ausliefert. Die Navigation erfolgt direkt im Fahrzeug, beispielsweise über Apple CarPlay oder Android Auto, und erreicht die Verkehrsteilnehmenden genau dort, wo Routenentscheidungen getroffen werden. Zentrale Vorgaben – offene Publikation – automatische Umsetzung Eine zentrale Rolle übernimmt die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen. Sie definiert – etwa bei Großereignissen, Messen, Konzerten oder besonderen Verkehrslagen – konkrete Regeln und Zielvorgaben für die Verkehrslenkung. Diese Vorgaben werden in der Traffic-Information-Plattform des Landes Niedersachsen gepflegt und anschließend standardisiert veröffentlicht, unter anderem über die Mobilithek. Auf diese Weise können alle Service-Provider gleichermaßen auf die Daten zugreifen. Gleichzeitig kommt das Land seinen gesetzlichen Transparenz- und Veröffentlichungspflichten nach, wie sie unter anderem in der aktuellen Fassung des Intelligente-Verkehrssysteme-Gesetzes (IVSG) geregelt sind. Die eigentliche Umsetzung in konkrete Fahrtrouten erfolgt – in Niedersachsen – vollautomatisch: Das Routing der NUNAV Navigation nutzt diese veröffentlichten Regeln und kombiniert sie mit Echtzeit-Verkehrsdaten sowie kollaborativen Rückmeldungen der Nutzenden. Auf diese Weise werden die Fahrstrecken für alle Verkehrsteilnehmenden – Pendlerinnen und Pendler, Ortsfremde, flexible Alltagsverkehre, Flotten und Anlassverkehre – so gewählt, dass der Gesamtverkehr optimal verteilt wird. Ein weiterer Vorteil: Andere Bundesländer können diesen Ansatz ohne Neuentwicklung von Grund auf übernehmen. Durch den vorhandenen Policy-Server und die produktiv eingesetzte Navigationslösung lassen sich Regelwerke, Datenflüsse und Routinglogik modular adaptieren und ländergrenzenübergreifend herstellen. Veröffentlichungspflichten, Datenqualität und TISA-5-Star-Rating Wie im NERZ-Artikel zu den Veröffentlichungspflichten von Kommunen und Städten dargestellt, kommt der Qualität und Standardisierung von Ereignis- und Baustellendaten eine zentrale Bedeutung zu. Führende Service-Provider haben sich auf europäischer Ebene im Rahmen der TISA auf das RTTI-5-Star-Rating als deren gemeinsamen Qualitätsmaßstab verständigt. Mit dem landesweiten Ansatz der Traffic Information Platform in Niedersachsen besteht nun die Chance, diese Datenqualität flächendeckend sicherzustellen und konsistent in Navigations- und Routingdienste einzubringen. Mehr als klassische Navigation Klassische Navigationsdienste sind auf individuelle Wegefindung optimiert. Was ihnen jedoch fehlt, ist die Fähigkeit zur Lastenverteilung und zur verbindlichen Umsetzung regelbasierter Routenvorgaben. Genau hier setzt der Ansatz von Graphmasters an: Er verbindet hochwertige, veröffentlichungspflichtige Verkehrsdaten mit strategischer Verkehrssteuerung – und macht diese unmittelbar im Fahrzeug nutzbar. Dass dieser Ansatz bereits heute einen relevanten Teil des Verkehrs begleitet, unterstreicht seine Praxistauglichkeit und Skalierbarkeit. Bedeutung für Forschung und Praxis Für Kommunen, Städte, Straßenverkehrsbetreiber und Bundesländer ist dieses Projekt ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich Regulierung, Datenstandards und KI-basierte Routingverfahren zu einem integrierten Verkehrsmanagementansatz verbinden lassen. Niedersachsen bietet sich damit als Blaupause für andere Bundesländer und Regionen an, die policy-aware Routing ohne grundlegende Neuentwicklung einführen möchten.

Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen

Pressemitteilung: Verkehrsmanagement in Niedersachsen: Kooperationsvertrag für zukunftsfähige Mobilität

Mobilithek: Verkehrsstrategien im Rahmen der Digitalen Verkehrslenkung Niedersachsen (DVL-NI)

Intelligente-Verkehrssysteme-Gesetz (IVSG)

NERZ E.V. Blogartikel zu Veröffentlichungspflichten für Kommunen und Städte

Bericht in der HAZ über das Projekt

NUNAV Navigation im App Store

NUNAV Navigation im Google Play Store

Weitere Artikel

Blog post

Wie NUNAV Verkehrsprognose und Routenkoordination verbindet

Wer eine Route empfiehlt, verändert den Verkehr. Wo NUNAV dabei KI einsetzt – und warum jede neue Route die bereits geplanten Fahrten berücksichtigt.

Weiterlesen
Blog post

Was Forschung und Verkehrsexperimente über kollaboratives Routing zeigen

Wenn alle ihre individuell beste Route wählen, entsteht noch nicht das beste Ergebnis für alle. Was Forschung und das Verkehrsexperiment mit dem ADAC dazu zeigen – und was nicht.

Weiterlesen
Blog post

Wohnstraßen, Shortcuts und die Frage: Wer möchte welchen Verkehr?

Was „unerwünschter“ Verkehr ist, muss zuerst geklärt werden. Warum Shortcuts zum Problem werden können – und wie NUNAV den Verkehr aufteilt, statt alle durch dieselbe Wohnstraße zu schicken.

Weiterlesen
Mehr Artikel